Als Mitarbeiter in einem Lebensmittelgeschäft muss man pro Schicht so einiges über sich ergehen lassen. Nebst einiger nerviger Kunden gehören auch die Werbespots um 5-Minuten-Takt dazu. Dass jeweils nur maximal 3 verschiedene davon laufen, führt zwangsläufig dazu, dass man ein und den selben Spot irgendwann im Schlaf aufsagen kann.
Momentan läuft ein bestimmter Spot von Maggi. Er preist den so genannten Fix Schnitzel-Topf mit Spätzle (Produktlink) an und setzt dabei auf eine ungewöhnliche Formulierung. Dieses Fertiggericht soll nämlich “ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker” (wörtlich) auskommen. Anfangs wunderte ich mich nur leicht über den scheinbar kleinen grammatikalischen Fehler, denn in der Umgangssprache dürfte “ohne Geschmacksverstärker” deutlich anerkannter sein. Geschmacksverstärker ist schließlich keine Zutat wie Eiweispulver oder Salz. Sogar auf der Verpackung eines ähnlichen Produkts des gleichen Herstellers tauchte diese wundersame Formulierung auf.

Doch je öfters ich diese Werbung hörte, desto stutziger wurde ich. Also fischte ich mir die Packung aus dem Regal und schaute mir den Schnitzel-Topf mal genauer an, oder besser gesagt dessen Zutatenliste.

Mal abgesehen davon, dass das, was dort alles reingemischt wird, schon suspekt genug sein dürfte, ist direkt in der zweiten Zeile ein besonders interessanter Stoff genannt. Hefeextraktpulver, also Hefeextrakt ist nämlich nichts anderes, als eine nette Umschreibung für den altbekannten Obermacker der Geschmacksverstärker, Mononatriumglutamat, im Volksmund als Glutamat bekannt. Der Unterschied zum Glutamat besteht hier lediglich in der Deklarierung.
Nun wird auch klar, warum statt dem Ausdruck “ohne Geschmacksverstärker”, welcher nämlich falsch wäre, einfach “ohne den Zusatzstoff Geschmacksverstärker” behauptet wird. Denn “Geschmacksverstärker” steht ja schließlich auch nicht auf der Zutatenliste, dieser verbirgt sich im Hefeextraktpulver.